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Vom Fass Wien
Madeira und Marsala, ist das so was wie Portwein?
Madeira und Marsala gehören, wie auch Portwein und Sherry, zu den Weinen, die bei ihrer Herstellung mit Branntwein aufgespritet werden.Madeira
kommt von der gleichnamigen Insel im Atlantik, die südwestlich von Portugal liegt. Der Weinbau auf Madeira begann im 15. Jahrhundert, als Heinrich der Seefahrer die ersten Rebstöcke auf die Insel brachte. Aufgebaut wurde der Weinbau von Jesuitenpatern, die grosse Grundstücke besassen und darauf Weinreben pflanzten.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verhalfen englische Geschäftsleute durch regen Export in viele Länder dem Madeira zu weltweiter Bekanntheit. Die wochenlangen Schiffsreisen schadeten dem Wein überhaupt nicht - im Gegenteil! Die Hitze und die Verdunstung wirkten sich günstig auf die Reifung aus und förderten die Entwicklung feiner Aromen.
Diese Erkenntnisse fliessen auch heute noch in die Herstellungsmethoden des Madeira ein. Nachdem die Gärung nach Erreichen des gewünschten Restzuckergehaltes durch Zugabe von Branntwein gestoppt wurde, reift der Wein in oberirdischen Kellern - "estufa" - bei Temperaturen bis zu 45° C über mehrere Monate, bzw. Jahre.
Madeira ist meist ein Cuvee aus mehreren Rebsorten. Bei reinsortigen Madeiras steht der Name der Rebsorte auf dem Etikett. Ähnlich wie beim Sherry, gibt es auch beim Madeira verschiedene Weintypen, die trocken, halbtrocken oder süss ausgebaut werden.
Marsala
ist benannt nach der gleichnamigen Hafenstadt in der westsizilianischen Provinz Trapani, die Mittelpunkt des Anbaugebietes und des Weinhandels ist. Ausser in Trapani darf Marsala noch in den Provinzen Palermo und Agrigient hergestellt werden.
Eine wichtige Rolle in der Geschichte des Marsala spielt der englische Händler John Woodhouse, der 1772 beschliesst, Marsala in seine Heimat zu exportieren. Ab 1796 produziert er selbst diesen Wein und gemeinsam mit seinem Landsmann und Konkurrenten Benjamin Ingham, der ebenfalls Marsala produziert und exportiert, bringt er diesen Wein in die ganze Welt. Mit Vincenzo Florio findet sich im Jahr 1833 der erste italienische Name im überlieferten Verzeichnis der Marsala-Hersteller.
Marsala gibt es in den vier Typen Fine, Vergine, Superiore und Speciale.
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