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Vom Fass Wien

Seit wann gibt es Sherry?

[Eule] Die Geschichte des Sherry reicht bis weit vor unsere Zeitrechnung zurück:

1000 v. Chr. gründen die Phönizier die Stadt Xera (heute Jerez). Sie bringen auch die ersten Rebstöcke in dieses Anbaugebiet, aus deren Trauben später der weltbekannte Sherry gekeltert wird. In den nächsten Jahrhunderten erobern der Reihe nach die Griechen, die Kelten, die Karthager und schliesslich die Römer das durch seine Lage an der Küste strategisch wichtige Gebiet.

409 n. Chr. vertreiben die Vandalen die Römer, werden aber nach bereits fünf Jahren von den Westgoten verdrängt. Immerhin behält dieses Gebiet den Namen Vandalusien, verliert aber irgendwann das V und heisst bis heute immer noch Andalusien.

711 n. Chr. beginnt die Herrschaft der Mauren, die mehr als 700 Jahre dauert. Den Mauren, die dem muslimischen Glauben angehören, ist Alkohol verboten. Sie ordnen daher aus religiösen Gründen die Entwurzelung aller Rebstöcke an. Die Tatsache, dass ein Grossteil der Trauben zu den von den Herrschern sehr geschätzten Rosinen verarbeitet werden, lässt sie jedoch von der Rebstockvernichtungs-Anordnung letztendlich doch wieder absehen. Durch diese Toleranz kann der Weinbau in der Provinz weiter betrieben werden und neben der Rosinenerzeugung widmen sich die heimischen Weinbauern auch intensiv der Produktion von Wein.

Den Sherry, wie wir ihn heute kennen, verdanken wir genau genommen den Arabern. Sie erfanden die Destillation und erkannten schon früh die medizinische Wirkung des Alkohols. Die Weinbauern in Jerez verwendeten damals schon den Weingeist, um den Grundwein für Sherry damit zu versetzen, bevor er der Fasslagerung unterzogen wurde.

1492 werden die letzten Muslime von Katholiken aus Iberien vertrieben. Der nun beginnende Weinbau ohne Einschränkungen führt zu Wohlstand in Jerez. Es wird berichtet, dass das Ausreissen auch nur eines einzigen Rebstockes strengstens verboten war. In den nächsten Jahrhunderten wird Sherry zu einem wichtigen Handelsgut für Spanien und weltweit bekannt.

Im 18. Jahrhundert wird der aufstrebende Portwein ein mächtiger Konkurrent für den Sherry.

Ende des 19. Jahrhunderts werden durch die Reblausplage die meisten Rebstöcke zerstört. Von den ursprünglich mehr als hundert in Andalusien angebauten Traubensorten, von denen zu Beginn der Reblausplage immer noch 42 übrig sind, werden nach der Überwindung dieses Problemes nur noch sechs Rebsorten gepflanzt. Die bekanntesten und für die heutige Sherryproduktion wichtigsten sind Palomino, Pedro Ximénes und Moscatel.

Ende des 20. Jahrhunderts gerät Sherry noch einmal in eine Krise, von der er sich nur langsam erholt. Erst seit 1996 ist der Name Sherry weltweit geschützt, bis dahin wurde er häufig kopiert. Nach wie vor sind die Engländer die Hauptabnehmer des Sherry.

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